Amalfi

Heute hatten wir eine Schifffahrt um die Amalfi-Küste geplant. Um möglichst das erste Schiff zu erwischen mussten wir etwas eher ? aufstehen, was uns merkwürdigerweise nicht schwer fiel. Um 9:30 Uhr fuhren wir mit der SITA-Buslinie nach Sorrent runter. Auf Sorrent können wir immer von unserem Hotel drauf schauen. In Sorrent angekommen ging es im schnellen Schritt zum Hafen. Dazu mussten erst einmal viele Stufen hinabgestiegen werden, da Sorrent auf einem Felsplateau liegt. Am Hafen angekommen: Oh Schreck. Massen von Touristen standen an den Kassen an, um ein Ticket zu lösen. Wir hatten bis zur Abfahrt nur noch 12 min Zeit. Und ausgerechnet in der kürzesten Schlange waren vor uns 4 Amerikaner, die sich informiert haben wie und wann denn die Schiffe so fahren. Wir dachten schon wir werden unser Schiff davon segeln sehen. Leider hatten wir nicht bedacht, dass von den beiden Kreuzfahrtschiffen, die am Morgen in Sorrent festgemacht haben jede Menge Touristen die Stadt in Beschlag nehmen. Trotzdem haben wir unser Schiff noch geschafft.

Unser Schiff
Zwei Dickschiffe vor Sorrent

Die Fahrt ging um die Westspitze der Amalfiküste nach Positano an der Südküste und weiter nach Amalfi. Der Seegang war draußen schon ganz ordentlich und Gritti hatte Sorge, dass ich noch die Fische füttern werde, da ich ja nicht so magenfest bin. Aber es hat mir nichts ausgemacht, eher hatte ich Spaß an der Schaukellei.

Am westlichsten Punkt der Amalfiküste
Positano
Hafen und Kathedrale von Positano
Amalfi

Während der Fahrt konnten wir mal von der Seeseite die Amalfiküste anschauen und auch die Wanderwege verfolgen, die wir bereits schon begangen hatten. Das Wetter war schön, nur ein paar tief hängende Wolken hingen in den Bergen. In Positano angekommen haben die meisten Passagiere das Schiff verlassen, die restlichen 10 Passagiere wollten wie wir weiter nach Amalfi. Das Ausschiffen der Passagiere war in Positano schon spannend. Wegen des ordentlichen Wellengangs schwankte der Landungssteg immer hoch und runter. Die meisten Passagiere waren einigermaßen sportlich und sind dann runtergesprungen. Aber es waren auch ganz dicke Amerikaner und ältere Leute dabei. Zwei Österreicher, die sich das Schauspiel ebenfalls belustig ansahen, meinten das die Amerikaner den Steg durch ihr Gewicht schon auf die Hafenmauer drücken würden.?

Von Pistano nach Amalfi dauerte die Fahrt 30 Minuten, insgesamt hat die Tour 2 Stunden gedauert. Die Aussichten auf die Küste waren sehr schön und wie immer haben wir jede Menge Fotos gemacht. Bei dem Wetter waren auch zwei Großsegler unterwegs, was vor der Küste das Bild noch kitschiger machte.

Dom in Amalfi

In Amalfi angekommen haben wir uns einen Stadtplan besorgt und gefragt was denn die „Must have“ in Amalfi sind, also was man sich unbedingt anschauen solle. Uns wurde der Dom empfohlen. Durch ein paar kleine Gäßchen haben wir den Dom auch erreicht. Man kommt aus einer kleinen Gasse direkt auf die Plazza vor dem Dom und staunt erstmal wie toll er und der Platz aussieht. Wir haben uns auch dazu entschlossen eine Besichtigung zu machen, der Eintritt war mit 3 € fair. Sehr schön war, dass es mal deutschsprachiges Info-Material gab. Neben der Krypta war der Dom schon sehenswert.

Wie immer, wenn ich in eine Kirche gehe spende ich etwas Geld, zünde eine Kerze an und wünsche dann meiner Gritti immer viel Gesundheit. Bin zwar nicht gläubig, hoffe aber, dass es hilft.

Krypta im Dom, der Kollege in schwarz ist der heilige Andreas

Nach dem Kulturprogramm hatten wir Hunger. An einem Imbiss wurden wir von einer jungen Frau in Englisch gefragt was wir essen wollen. Ein großes Sandwich für jeden(!) und einen Wein haben wir bestellt. Schließlich war der 11 Uhr-Zug schon durch. Der Wein hat geschmeckt, auch wenn wir ihn aus Plastikbechern getrunken haben. Das ist hoffentlich keine italienische Kultur. Kurze Zeit später hat die junge Frau ein anderes Pärchen, was als Deutsche zu erkennen war, in gutem Deutsch nach ihren Wünschen gefragt. Da habe ich mir gedacht, dass unser Englisch doch besser ist als gedacht, wenn wir noch nicht mal als Deutsche zu erkennen waren.

Das Sandwich musste abgelaufen werden und wir hatten wieder Lust aufs Treppensteigen. Also rein in die Seitenwege. Eine dieser Gäßchen ging direkt unter dem Dom durch, was für uns erstaunlich war. Viele Treppenstufen weiter standen wir dann an einer Tür die als Eingang zum Friedhof beschrieben war. Nur war dort ein Fahrstuhl-Schacht, von dem nicht klar war wohin er führte. Die Beschreibung hat uns nicht geholfen, da unser Italienisch doch sehr schlecht ist. Irgendwann haben wir mit Grittis Spanischkenntnissen (beides sind romanische Sprachen) rausbekommen, dass der Friedhof um die Mittagszeit geschlossen ist. Warum wohl? Wollen die Toten Mittagsruhe machen? Wir haben es nicht erfahren können und sind dann mit einem der Fahrstühle nach unten gefahren, ins Zentrum von Amalfi. Der Fahrstuhl klang schon etwas betagt und wir waren froh nicht stecken geblieben zu sein.

Nebenstraßen in Amalfi
Wer es braucht!
Treppauf, treppab – und Gritti freut sich immer noch

Unten angekommen haben wir uns ein Eis gegönnt, die Auswahl an Eissorten ist ja sehr groß, so dass man jedes Mal die Qual der Wahl hat. Eis machen können die Italiener! Danach sind wir mit vielen anderen Touristen die Haupteinkaufsstraße, die allerdings an manchen Stellen nur 2,50 m breit ist, entlang geschlendert, um uns die vielen Geschäfte mit ihren üppigen Auslagen anzuschauen. Man musste schon etwas aufpassen, da durch diese Straße auch Autos und die allgegenwärtigen Motorroller fuhren. Der Verkehr war wechselseitig, also immer nur in eine Richtung, was bei der Breite der Straße auch nicht anders möglich war. Dazu gab es eine Ampel an jedem Ende. In Deutschland wäre das soweit ok, aber nicht in Italien. Ampeln werden hier überbewertet, das heißt man entscheidet spontan, ob man bei rot anhält oder nicht. Deshalb war es an der Ampel notwendig noch eine Person hinzustellen, die bei rot eine Absperrung aufbaute. Ansonsten würden viele einfach trotzdem fahren. Auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!

Die Straße weiter sollte ein Papiermühlen-Museum sein, was wir uns anschauen wollten. Leider war eine Schulklasse gerade dort drin und somit wurde uns der Eintritt verwehrt. Ok, also zurück in Richtung Hafen und Meer. Da heute das Wetter sehr schön war wollten wir mal den kleinen Finger ins Wasser halten. Wenn wir schon am Mittelmeer sind, dann wollen wir es auch spüren. Der Strand war schon gut gefüllt und einige waren auch schon im Wasser. Konnte man sich gar nicht vorstellen, insbesondere da es einige Tage vorher kalt und regnerisch war. Ich war nicht ganz so mutig und habe nur die Beine rein gehalten. Bin halt Warmduscher!

Danach haben wir uns in einem Strandcafe einen Limoncello Spritz bringen lassen. Lecker, das Zeug! Uns ging es hinterher richtig gut, die Sonne und der Alkohol haben ihr übriges beigetragen.?

Irgendwann war es dann aber Zeit wieder heim zu fahren. Als wir am Busbahnhof die Schlange gesehen haben wurde uns klar, dass uns mancher Bus vorher gar nicht mitgenommen hat. Es ging schlichtweg nicht. Diesmal hatten wir Glück, da der Bus von hier nach Sorrento über Sant’Agata startete. Somit hatten wir sogar einen Sitzplatz. Ein paar Stationen weiter war der Bus brechend voll, nichts ging mehr! Und nun die Serpentinen an der Steilküste entlang, durch enge Kurven und vorbei an Engstellen in den Ortschaften. Spannend wurde es, wenn ein anderer Bus von vorn kam. Trotzdem hat der Fahrer es gut gemacht, wir hatten der Eindruck, dass er seinen Bus im Griff hat.

Am Hotel angekommen, wollte ich meine Drohne noch fliegen lassen. Schnell aufgebaut und ein paar Bilder vom Hotel gemacht. Danach kurz frisch gemacht und in einem kleinen Lokal was essen gegangen. Auf dem Weg dorthin fuhr ein Mini-Laster vor uns, der auf der offenen Ladefläche einen Hund hatte. Natürlich frei laufend und unangeschnallt. Der Hund lies bei der Fahrt immer eine Pfote über die Bordwand hängen, als ob er besonders cool wirken wollte. Ich hätte nicht wissen wollen, wenn es eine Vollbremsung gegeben hätte. Der Gegenverkehr hat dann einen Hund als Kühlerfigur!

Das kleine Lokal hat uns gut versorgt, es hat geschmeckt. Richtig gut war der Zitronenkuchen als Dessert. Hmmm!

Insgesamt ein schöner Tag, das Wetter hat sich auch von seiner besten Seite gezeigt. Wir konnten sogar die kurzen Hosen tragen.

Wer sind wir?

Wer sind wir?

Wir sind Grit & Micha aus Berlin und bezeichnen uns selbst als junggebliebene Weltenbummler, auch wenn wir beide schon 50+ sind.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnten wir das Fernweh, welches doch erst dann entstanden ist ausleben. Nach der ersten gemeinsamen Reise 1991 nach Barcelona hatten wir „Blut geleckt“ und konnten seitdem viele weitere Länder in der Welt bereisen.

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