Aufstieg zum Seekofel 2.810 m – 1. Tag

Der Tag war gekommen für unsere große Wandertour durch die Dolomiten. Wir hatten vo den Seekofel zu besteigen und dafür 2 Tage eingeplant. Eigentlich wollten wir in der Seekofelhütte auf 2.327 m übernachten, allerdings waren hier schon alle Betten ausgebucht. Also umgeplant und die Sennes-Hütte angerufen. Wir hatten Glück und haben dort noch 2 Betten buchen können. Diesmal sogar komfortable Zimmer, kein Mehrbettzimmer, wie wir es sonst von solchen Touren gewöhnt waren, sondern ein 2-Bettzimmer mit eigenem WC und sogar Dusche. ?

Gestartet sind wir am Pragser Wildsee, haben unser Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abgestellt, in der Hoffnung das es morgen noch da ist. Der Pragser Wildsee ist einer der touristischen Hotspots in den Dolomiten. Jede Menge Italiener haben dort einen Tagesausflug verbracht. Man konnte den See sogar mit Ruderbooten befahren. Das war uns für einen Gebirgssee neu.

Auf den Berg wollen wir rauf!

Wir haben den See am westlichen Ufer passiert und sind zügig zur Grünwaldalm aufgestiegen. Dort haben wir die letzten Tagesausflügler hinter uns gelassen, denn ab jetzt waren wir völlig allein.

Durch ein Tal mit Gebirgsbach sind wir dann in knapp 2,5 Stunden zur Seitenbachscharte in 2.331 m aufgestiegen. Die letzten 300 Höhenmeter waren schon sehr anstrengend, da der Weg steil und ungesichert war. Nach einem kurzen Picknick-Stopp haben wir dann die letzten 300 m hinter bzw. unter uns gelassen. Nach insgesamt fast 1.000 erklommenen Höhenmetern haben wir die Seitenbachscharte erreicht. Was für ein grandioser Ausblick, schon dafür haben sich die Mühen gelohnt.

Unterwegs denkt man ja ab und zu warum man sich das überhaupt antut, aber die Aussichten auf die Bergwelt sind Belohnung genug. Gesund soll es auch noch sein, wenn man wandert, sagt man. An der Seitenbachscharte haben wir einen Stopp eingelegt, ich wollte ja unbedingt mal mein Spielzeug, eine Drohne, ausprobieren. Sie hat Gott sei Dank das gemacht was ich wollte und ist nicht ins Tal gestürzt. Davor hatte ich ja ein wenig Muffensausen. Drohne nach kurzem Flug eingepackt und weiter zur Sennes-Hütte marschiert. Unterwegs haben wir dann noch Murmeltiere beobachtet, oder sie uns, so genau war das nicht auszumachen. Und, was für Gritti ein ganz großes Erfolgserlebnis war: sie hat ihr erstes wild wachsendes Edelweiß entdeckt. Juhu!! Sie hat gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Auf allen vorherigen Alpenwanderungen hatten wir es bisher nicht ausmachen können.

Kurze Zeit später haben wir dann eine ganze Wiese mit Edelweiß ausmachen können. Kurz vor der Sennes-Hütte musste mal wieder eine Kuhweide überquert werden, die Viecher sind ja überall – bis zum Alm-Abtrieb. Eine der Kühe fand es wohl gar nicht lustig, dass wir über ihre Wiese gelaufen sind und hat auf Gritti mal kurz Anlauf genommen. Wahnsinn, wie schnell Gritti den Hügel hinauf ist. Lag es an der roten Jacke? Irgendwo hatte ich aber mal gelesen, dass Rindviecher farbenblind sind. Die Sennes-Hütte (2.126 m) haben wir dann nach einer gemütlichen Wanderung von 1,5 Stunden erreicht.

Schließlich hatten wir zu tun die Aussichten zu genießen. Dort angekommen haben wir unser Zimmer bezogen und uns erstmal einen Kaffee bzw. Tee mit Tiramisu und Zirbel-Eis gegönnt. Vorher haben wir unsere Wanderschuhe verstaut, in dem Raum hat es sicherlich nach Graukäse gerochen.

Auf der Außenterrasse sitzend haben wir dabei wieder die Bergwelt bestaunt.

Da noch Zeit war, haben wir gedacht, dass wir noch „schnell“ den benachbarten Picio-Col de Laste (2.297 m) besteigen und das Gipfelkreuz besuchen.

Dort wollte ich dann auch noch mal meine Drohne aufsteigen lassen. Letztendlich habe ich es aber verworfen, da der Wind dort oben kräftig gepfiffen hat. Da hatte ich um mein Spielzeug Angst. Aber von diesem Berg hatten wir eine 360-Grad Aussicht auf die umgebenden Gipfel. Teilweise waren diese mit Schnee bedeckt. Der Abstieg ging flott voran, es lockte ja das Abendessen in der Hütte. Die Stube war ordentlich gefüllt mit Leuten aus den verschiedensten Ländern. Neben Italienern waren Deutsche, Spanier, Amerikaner und Polen vertreten. Das Essen war lecker, aber man weiß, dass es hier oben auch stolze Preise hat. Nachfrage regelt eben den Preis! Beim Blick aus dem Fenster haben wir auch noch schönstes Alpenglühen präsentiert bekommen. Was für ein perfekter Tag!

Gegen 21 Uhr lagen wir dann in den Betten, ich habe mir zur Sicherheit Ohrstöpsel in die Ohren gesteckt, um das Geschnarche aus den Nachbarzimmern nicht zu hören…

Wer sind wir?

Wer sind wir?

Wir sind Grit & Micha aus Berlin und bezeichnen uns selbst als junggebliebene Weltenbummler, auch wenn wir beide schon 50+ sind.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnten wir das Fernweh, welches doch erst dann entstanden ist ausleben. Nach der ersten gemeinsamen Reise 1991 nach Barcelona hatten wir „Blut geleckt“ und konnten seitdem viele weitere Länder in der Welt bereisen.

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