Mit Donnerwetter

Auch heute hatten wir noch keinen konkreten Plan was wir machen wollten. Ist halt alles vom Wetter abhängig und auch heute meinte die Vorhersage, dass es ab 13 Uhr regnen solle. So wie sich der Morgen zeigte glaubte ich nicht dran.

Nebelhorn mit Schleierwolken – Zeichen für gutes Wetter.

Also schnell zum Frühstück, um danach auf dem Zimmer zu überlegen was wir heute machen. Während Gritti wieder unser leckeres Picknick zusammen packte habe ich auf der Karte geschaut wo wir wandern könnten. Möglichst weit oben, von dort sind ja die Aussichten besser. Letztendlich haben wir uns für die Tour auf das Walmendinger Horn (1.990 m) im Kleinwalsertal entschieden. Info am Rande: das Kleinwalsertal ist eine österreichische Enklave, die man mit dem Auto oder Bus nur über Deutschland erreichen kann, außer man geht zu Fuß über den Pass.

Das Walmendinger Horn erreicht man bequem mit der ?. Die Idee hatten auch andere und das schöne Wetter hat jede Menge Wanderer zur Talstation gelockt. Mit dem Bus sind wir nach Mittelberg gefahren, der ziemlich gut gefüllt war, wenn nicht sogar zu gut. Abstandsregeln auch hier Fehlanzeige. Wenigstens waren alle diszipliniert und haben Maske getragen. Mit dem Auto wollten wir nicht fahren, dann muss man immer zum Ursprungsort zurück wandern, aber wir machen lieber Rundtouren oder lassen unsere Kondition entscheiden, ob wir den Weg verlängern. Frei nach dem Motto: der Weg ist das Ziel!

An der Seilbahn waren wie eben angedeutet jede Menge anderer Leute. Oh je, wie lange sollen wir da warten? Ungefähr 200 Menschen waren vor uns in der Schlange. Aber es ging doch recht flott vonstatten, so dass wir mit der Großkabinenbahn zum Gipfel fahren konnten. Auch hier alles ganz eng.

Anstehen an der Seilbahn.
Kein Vulkan, trotzdem schön. Elferkopf, 2.387 m

Zwischenzeitlich bildeten sich einige Schönwetterwolken, die aber heute tiefer waren als gestern und leider anfingen die umliegenden Gipfel zu verdecken. Soll heißen wir fuhren in die Wolken. Schade, damit wurden einige Aussichten nicht möglich. Oben angekommen bin ich diesmal allein die letzten paar Meter zum Gipfelkreuz gesprintet, denn ohne Gipfelkreuz ist mein Wandertag nicht perfekt.

Walmendinger Horn, 1.990 m
Bergstation der Seilbahn unterhalb des Walmendinger Horns

Nach dem Abstieg zur brav wartenden Gritti sind wir zur Walmendinger Alpe gestartet. Vorbeikommend an einem Warnschild, bei dem wir gedacht haben: „was erwartet uns denn hier?“, sind wir zuerst bergab gestiegen, leicht unterhalb der Seilbahn, die immer mehr Wanderer nach oben brachte.

Man achte auf die Schilder. Uns egal, wir schauen mal.

Der Weg war eigentlich gar nicht so schwer, anfangs waren wir auch allein, aber es wurden immer mehr Wanderer, die uns entgegen kamen, so dass man denken konnte es wäre Rushhour. Da sind uns die einsamen Wege mit weniger Menschen doch lieber. Aber alle machen wohl jetzt Urlaub im eigenen Land.

Vorbeikommend an vielen Pilzen, die Gritti schweren Herzens stehen lassen musste, haben wir nach kurzer Zeit die Obere Walmendinger Alpe (1.600 m) erreicht.

Es ging dann weiter bergab bis an eine Weggabelung, an der sich dann viele Mitwanderer für den leichten Weg entschieden haben. Wir wollten dann doch die Herausforderung:

Alles Drei können wir vorweisen.

Der Weg war durch den Regen der vergangenen Nacht schön slippery (rutschig), so dass wir aufpassen mussten, dass wir nicht auf dem Hosenboden fallen und anschließend den Hang hinab rutschen. Aber auch diesen Abschnitt haben wir geschafft, Gritti hatte sogar noch den perfekten Fliegenpilz gefunden.

Es wurde Mittag und Zeit für ein Picknick. An einer schönen Bank in der Sonne haben wir dann unsere Vorräte vernascht.

Hoher Ifen, 2.230 m

Weiter ging es auf dem Panoramaweg zur Bergstation des Sessellift, welcher uns wieder ins Tag bringen sollte. Es war knapp 15 Uhr und eigentlich sollte es ja schon regnen… Es sah noch gut aus und somit haben wir uns entschlossen ein paar Kilometer weiter zu wandern, um dann zum letzten Ort des Kleinwalsertals, namens Baad, abzusteigen. Auf diesem Weg waren wir größtenteils allein, was uns gefiel. Unterwegs hat Gritti noch versucht einen Frosch zu küssen, wahrscheinlich in der Hoffnung auf einen jungen Prinzen…??

Na, ob das ein Prinz wird. Er hat sich ganz schön gewehrt.

Baad liegt ganz hinten im Tal, mächtige Berge bauten sich ringsherum auf. Habe mir vorgestellt welchen Berg wir noch besteigen könnten. Hätte mal nicht gedacht, dass sie solch eine Faszination auf uns ausüben würden.

Baad, 1.224 m

Unten angekommen erst mal die Abfahrtszeiten des Busses gecheckt. Alle 20 Minuten sollte einer kommen. Bis zur Abfahrt haben wir den Ort nochmal angeschaut, den wir vor über 10 Jahren schon mal mit Grittis Eltern besucht hatten. Damals nicht zum wandern, sondern nur mit dem Auto bis zum letzten Parkplatz, um die Berge im Talschluss zu bestaunen. Per Videotelefonie konnten wir Ihnen nun heute nochmal von dort Grüße schicken. Ist doch toll was heute alles geht…

Zurück ging es also mit dem Bus nach Riezlern, um dort den Zuckerspiegel wieder anzuheben. Die Füße taten auch weh und wir wollten uns für diese Tour nun eine Belohnung gönnen. In Riezlern angekommen haben wir ein kleines Café entdeckt. Gritti hat Jagertee bestellt, ich brauchte meinen „Haferl“, also einem Pott Kaffee. Nicht so ein neumodisches Zeug wie Café Latte etc. Danach gab es Weißwurst für mich und für Gritti Maultaschensuppe. Die Weißwurst habe ich allerdings nicht gezuzelt, ich wollte mich nicht blamieren.

Danach noch was Süßes, Apfelstrudel mit Vanilleeis und die Welt war in Ordnung. Draußen vor der Tür entlud sich zwischenzeitlich ein Donnerwetter, Punkt 17:30 Uhr – wie gestern. In den Bergen scheppert ein Gewitter aber richtig. Mit den letzten Tropfen des abziehenden Gewitters zum Bus gesprintet, geschafft. An der Bushaltestelle des Hotels standen wir allerdings im Regen. Egal, wir sind ja nicht aus Zucker. Außerdem sollte es dann noch in die Sauna gehen.

Von der Außenterrasse noch einen schönen Regenbogen bestaunt. War auch wieder ein schöner Tag.

Wer sind wir?

Wer sind wir?

Wir sind Grit & Micha aus Berlin und bezeichnen uns selbst als junggebliebene Weltenbummler, auch wenn wir beide schon 50+ sind.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnten wir das Fernweh, welches doch erst dann entstanden ist ausleben. Nach der ersten gemeinsamen Reise 1991 nach Barcelona hatten wir „Blut geleckt“ und konnten seitdem viele weitere Länder in der Welt bereisen.

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