Pompeji

In meiner Schulzeit hatte ich ein großes Interesse für Geschichte, auch wenn meine Schulnoten sicherlich was anderes gesagt haben. Nichtsdestotrotz hatte mich jedenfalls die Geschichte um Pompeji stark interessiert, so dass ich das Datum des Vesuv-Ausbruchs und der Zerstörung von Pompeji immer „auf Tasche“ hatte. Nun stehe ich an dem Ort, woran ich damals wohl nie gedacht habe wirklich dort zu sein.

Da auch für heute gelegentlicher Regen angesagt war, haben wir die Wetterkarte genau studiert und uns dazu entschlossen dorthin zu fahren wo die Sonne scheint. Von unserem Zimmer konnten wir das gut sehen, da wir ja einen guten Blick auf den Golf von Neapel und den Vesuv im Blick hatten. Jedenfalls schien über Neapel die Sonne. Pompeji liegt gleich daneben, somit stand unser Ausflugsziel fest.

Nach dem üblichen Passieren der ungezählten Kurven und sehr engen Ortsdurchfahrten standen wir erst einmal im Baustellenstau. Links und rechts zwängten sich die Mopeds vorbei, dass ich jedesmal dachte mein Außenspiegel wäre gleich weg. Kurz davor ein kurioses Straßenerlebnis. Ein halbfertiger Oldtimer wurde vor uns die Straße hinabgeschoben. Da der Motor offensichtlich noch nicht funktionierte wurde das Vehikel von einem Mopedfahrer immer wieder mit dem rechten Fuß angeschubst, um den Berg hinunterzurollen. Und das über mehrere Kilometer durch 2 Ortschaften hindurch! Die Bremsen schienen zu funktionieren. Man stelle sich sowas in Deutschland vor. Sofort wäre der „besorgte“ Bürger zur Stelle.

Die italienische Art des Abschleppens, einfach mit den Füßen treten.

Nach dem Stau haben wir auch gleich die Autobahnabfahrt gefunden, die uns zum Parkplatz direkt bei Pompeji leitete. Dort mussten wir noch einige Kreisverkehre durchfahren, bei denen es immer spannend ist wer eigentlich Vorfahrt hat. Da ich mich an den italienischen Verkehr gewöhnt hatte habe ich mich einfach dazwischen geklemmt. Einfach drauf los, irgendwie passt das schon. Meine Eltern hätten sicherlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. ?

Am Parkplatz angekommen ging es gleich zur Kasse, um Pompeji zu besichtigen. 10 € pro Nase waren fällig. Zusätzlich haben wir uns dann nach kurzem Überlegen doch noch einen Audioguide geleistet, damit wir durch das elektronische Helferlein etwas mehr erfahren konnten.

Was soll ich sagen: Pompeji hatte ich mir anders vorgestellt, eher eine Wiese mit ein paar umgefallenen Säulen. Aber das wir eine ganze Stadt besichtigen konnten, bei der man wirklich eine Vorstellung bekommen konnte wie es vor über 2000 Jahren so war, hat uns beeindruckt. Einfach toll! Über 5 Stunden haben wir dort zugebracht. Wir haben das große Amphitheater-Theater angeschaut und jede Menge Wohnhäuser und Tempel. Die meisten Häuser hatten zwar kein Dach mehr, aber man konnte doch erkennen, wie die Stadt so aufgebaut war. Mit richtigen Straßenzügen, Kreuzungen usw. Auch Imbiss-Stuben (der Römer von damals aß zu Mittag gern außer Haus) waren zu sehen. Erst zum Schluss haben wir eine große Menschenmenge vor einem Haus entdeckt, welches ein Lupanar war. Zu deutsch: ein Bordell. Na super, wenn es interessant wird muss ich mich anstellen. Ich habe dann doch darauf verzichtet, ich wollte nun hier auch nicht damit anfangen in ein Bordell zu gehen. ?

Was kommt heute im Fernsehen?

Imbiss-Stand auf römische Art

Die großen Steine dienten dem Überqueren der Straße.

Auf der Straße selbst flossen die Abwässer entlang.

Alles meins! Aber – Eigentum verpflichtet.

Nach dem langen Besuchsprogramm waren wir müde auf den Beinen und im Kopf. Immerhin sind wir jede Menge Straßen entlang gelaufen, immer großen Reisegruppen ausweichend. Und zum anderen hatten wir soviel Input bekommen, dass uns die Rübe rauchte. Schon allein die römischen Namen waren eine Herausforderung, zum Beispiel: Aulus Vettius Restitutus. Mit den römischen Zahlen sind wir gut klar gekommen.

Nach dem Verlassen der Anlage sind wir noch an einigen Touri-Shops vorbeigekommen, die jede Kitsch verkauft haben. An einem Gemüsestand noch schnell ein Foto von Zitronen gemacht, die nicht von dieser Welt zu stammen schienen. Waren die riesig!!

Mann, sind die dick.

Danach haben wir uns in die Rushhour gestürzt. Wegen einer Straßensperrung ging es durch die Ortschaften hindurch in Richtung Castellamare di Stabia. Auch hier der Verkehr einfach nur chaotisch. Irgendwann sind wir in Sorrento angekommen, dort wollten wir uns noch über die Abfahrtszeiten der Fähren nach Capri informieren. Aber erst mal einen Parkplatz finden. Ging schneller als ich dachte, aber ein Ticket zu ziehen war dann schwieriger. In Italien will man meist nur Münzgeld an den Automaten sehen. Haben die noch nichts von einer Kreditkarte gehört? Da kein Münzgeld aufzutreiben war musste ich den Parkplatz wieder hergeben. Na gut, einige Straßen weiter dann ein Parkhaus.

Nach dem Einholen der Infos am Hafen haben wir uns entschlossen gleich hier zu Abend zu essen. Ein verstecktes, aber nettes Restaurant hat es uns angetan. Essen war lecker und der Wein auch. Wein von den Hängen des Vesuv. Danach haben wir noch einen kurzen Schwenk durch die engen Gassen der Altstadt gemacht, um uns ein paar kleine Lädchen anzuschauen. Gekauft haben wir nichts, das überlassen wir den Amerikanern.

Um 22 Uhr waren wir dann im Hotel und haben uns gefreut, dass das Wetter heute gnädig war. Na gut, 5 Grad mehr wäre noch besser gewesen…

Alles zum Thema ? ? ?

Enger geht es kaum.

Wer sind wir?

Wer sind wir?

Wir sind Grit & Micha aus Berlin und bezeichnen uns selbst als junggebliebene Weltenbummler, auch wenn wir beide schon 50+ sind.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnten wir das Fernweh, welches doch erst dann entstanden ist ausleben. Nach der ersten gemeinsamen Reise 1991 nach Barcelona hatten wir „Blut geleckt“ und konnten seitdem viele weitere Länder in der Welt bereisen.

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Eine Antwort

  1. Moin, ja schon klasse was und wie die Römer damals alles gebaut haben, und wie lange das alles so hält. Sollen ja auch den Zement erfunden haben…dazu die Schuhe….+ deren Kombi ist ja unschlagbar…vor allem bei „Verhandlungen“. Klasse Pics, weiter so.
    VG A.

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