Almageller-Alp und tanzende Wolken

Gestern Abend haben wir dem lieben Herrgott ein Stoßgebet gesendet, dass er uns an unserem letzten Urlaubstag in der Schweiz doch bitte schönes Wetter schicken soll. Vorher hatten wir uns schon eine schöne Abschlusswanderung ausgesucht. Sie sollte von der Seilbahnstation Kreuzboden (2.400 m) auf dem Höhenwanderweg nach Saas-Almagell führen. Somit hätten wir nochmals schöne Aussichten auf die gegenüberliegende Berggruppe gehabt.

Aber am Morgen war richtiges Bäh-Wetter, Wetter bei dem man zu Hause den Haushalt macht oder sinnlose YouTube-Videos anschaut. Es war windig, kalt und feucht. Naja, gehen wir erstmal frühstücken, ich hatte auf den Webcams der Bergstationen nachgeschaut, wie das Wetter in den Bergen ist. Und da sah es gar nicht so schlecht aus.

Nach dem Frühstück hat Gritti unser Picknick fertig gemacht und sind dann gleich zur Bushaltestelle am Dorfplatz gelaufen. Um kurz nach 9 Uhr fuhren wir dann nach Saas-Grund, um mit der Seilbahn, wie geplant auf den Kreuzboden zu fahren. Es war zwar immer noch kalt, aber die Wolken hoben sich ein wenig.

Auf dem Kreuzboden angekommen sind wir dann noch in die nächste Seilbahn zum Hohsaas (3.200 m) umgestiegen, um einen letzten Blick auf den Weismies mit seinem Gletscher zu werfen. Oben angekommen standen wir im Schnee, es hatte die beiden vergangenen Tage ordentlich geschneit.

Der 4.023 m hohe Weismies lies sich allerdings nicht blicken. Er verhüllte sich in den Wolken, wir wussten ja, dass man von ihm aus 3 Meere sieht… Na gut, dann eben nicht! So sind wir dann wieder abwärts auf den Kreuzboden gefahren, um unsere Wanderung zu beginnen. Knapp 4 Stunden bis zum Ziel, der Seilbahnstation Furrgstalden stand auf dem Wegweiser.

Der Wanderweg schlängelte sich in knapp 2.600 m an der Bergkette entlang. Das Wetter wurde besser! Danke, lieber Gott! Die Bergspitzen gegenüber haben sich zwar nicht gezeigt, aber die Wolken waren dann doch hoch genug, um ein schönes Panorama zu bieten. Dann kam auch noch die Sonne raus, so dass die knapp 0 Grad Celsius richtig erträglich waren, wobei wir uns gut eingekleidet hatten. Nach ein paar Kurven um den Bergrat konnten wir dann auch wieder schöne Blicke auf den Mattmarkstausee werfen. Kurzum, die Tour hat sich gelohnt und man sollte seiner Wetter-App auf dem Handy nicht immer vertrauen.

Nach weiteren Kurven kamen wir dann im Almageller-Hochtal an. Hier stauten sich noch einige Wolken und Gritti schaute sorgenvoll in diese Richtung. Sie wollte nicht unbedingt auf dem Höhenweg in der Wolke laufen. Ich habe die Bedenken ignoriert und wir konnten ein wenig später tanzende Wolken beobachten, die am Hang hochgekrochen kamen und dann vom Wind verwirbelt wurden. Ein Schauspiel für jeden Meteorologen und auch uns.

Nach einer weiteren guten Stunde sind wir dann an der Almageller-Alp (www.almagelleralp.ch) angekommen, einen kleinen Wirtshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer. Die Alp wird gern als Zwischenstation genutzt, um über den Zwischberger-Pass und dann weiter zum Simplon-Pass nach Italien zu wandern. Auch eine schöne Tour durchs Hochgebirge.

An der Alp haben wir uns einen Aperol-Spritz gegönnt. Dabei immer mit perfekten Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Postkarten-Idylle!

Danach ging es dann weiter zur Bergstation der Seilbahn Furggstalden. Der Weg führte dann wieder über 2 große Hängebrücken. Es waren die gleichen wie am ersten Tag unseres Urlaubes in der Schweiz. Ich fand sie toll und spannend, Gritti eher nicht. Aber sie hat wieder allen Mut zusammen genommen und ist ganz tapfer über die Brücken gelaufen.

Danach kamen noch einige Klettersteig-Elemente, aber das waren dann keine große Herausforderungen mehr. An der Seilbahn angekommen ging es zügig ins Tal.

An unserem letzten Tag haben wir dann noch einige Zeit im Wellnessbereich des Hotels zugebracht. Da konnten wir ein wenig die Knochen in der Wärme der Sauna pflegen.

Und zum Abendessen gab es Fondue, wie am letzten Sonntag!

Damit geht der Urlaub dem Ende entgegen, morgen wollen wir die fast 1.100 km in einem Ritt schaffen. Vorausgesetzt wir stehen nicht in jedem Stau.

Uns hat die Schweiz sehr gut gefallen. Ja, sie ist für unsere Verhältnisse teuer, aber wir konnten den Kostenblock der Verpflegung durch die gebuchte Halbpension im Hotel deutlich reduzieren. Die Landschaft ist ein Traum und insbesondere mir haben es die hohen Gipfel angetan. Nachdem nun Gritti gemeint hat, dass sie mit ihren neuen Schuhen eventuell doch nochmal einen 4.000er mit mir bestiegen würde, stehen die Chancen ja nicht schlecht die Schweiz nochmal zu besuchen…

Wer sind wir?

Wer sind wir?

Wir sind Grit & Micha aus Berlin und bezeichnen uns selbst als junggebliebene Weltenbummler, auch wenn wir beide schon 50+ sind.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnten wir das Fernweh, welches doch erst dann entstanden ist ausleben. Nach der ersten gemeinsamen Reise 1991 nach Barcelona hatten wir „Blut geleckt“ und konnten seitdem viele weitere Länder in der Welt bereisen.

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